Hilfe, die ankommt: Nachhaltiger Kindesschutz zwischen familiärer Lebenswelt, Kooperation und Eingriff
Am 4. Juni 2027 findet auf dem Campus Muttenz der FHNW die 8. Fachtagung Kindesschutz statt.
Nachhaltig wirksamer Kindesschutz gelingt dann, wenn Hilfearrangements an die Lebenswelten von Familien anschliessen. Das bedeutet, ihre Sichtweisen und Lösungsvorstellungen aufzugreifen und als massgebliche Referenzpunkte für die Hilfegestaltung zu nutzen. Empirische Studien zeigen deutlich: Hilfen wirken dann nachhaltig, wenn sie sich an den Lebenslagen und Perspektiven von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern orientieren und wenn die Unterstützungsangebote verschiedener Systeme gut koordiniert sind.
Die Praxis zeigt, dass der Weg dorthin anspruchsvoll ist und Fachpersonen sich in einem komplexen Spannungsfeld zwischen familiärer Lebenswelt, Kooperation und notwendigen Eingriffen bewegen. In ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und dem familiären Umfeld sind sie dabei mit unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Erwartungen, komplexen Lebenssituationen sowie strukturellen Rahmenbedingungen (wie gesetzliche Aufträge, Finanzierungslogiken und verfügbare Angebote) konfrontiert. In diesen Konstellationen sind sie gefordert, fachlich fundiert, verlässlich und mit Weitblick zu handeln.
Dabei prägen unterschiedliche Dynamiken die Kindesschutzarbeit: Einerseits schaffen behördliche oder gerichtliche Entscheidungen und Anordnungen einen Zwangskontext. Dieser stellt hohe Anforderungen an eine professionelle Beziehungsgestaltung und an den verantwortungsvollen Umgang mit Macht. Andererseits wird auf einvernehmliche Lösungen hingewirkt. Hier besteht die Herausforderung darin, Mitwirkungsbereitschaft und -fähigkeit nicht nur als statische Voraussetzung für Einvernehmlichkeit zu verstehen, sondern sie mit Eltern zusammen zu entwickeln und zu stärken.
Nachhaltigkeit im Kindesschutz bedeutet daher, Wirkung nicht nur punktuell, sondern über gesamte Hilfearrangements hinweg mitzudenken und systematisch zu fördern.
Die Fachtagung «Hilfe, die ankommt: Nachhaltige Kindesschutzarbeit zwischen Eingriff, Kooperation und familiärer Lebenswelt» widmet sich folgenden Fragen:
- Was bedeutet «Mitwirkungsbereitschaft» und «Mitwirkungsfähigkeit» von Eltern konkret – und wie können diese gemeinsam mit Familien entwickelt und gestärkt werden, um eine nachhaltig wirksame Abwendung von Kindeswohlgefährdungen zu erreichen?
- Wie können angeordnete und einvernehmliche Hilfen so kombiniert werden, dass sie den Schutz von Kindern sichern, ihre Entwicklung langfristig fördern und nachhaltige Wirkung über gesamte Hilfeverläufe hinweg entfalten?
- Nach welchen fachlichen Kriterien und unter welchen Bedingungen werden Kindesschutzmassnahmen und einvernehmlich vereinbarte Leistungen erfolgreich abgeschlossen, Übergänge gestaltet und wie lässt sich eine nachhaltige Stabilisierung der Familiensituation sicherstellen?
- Was bedeutet aus Sicht von Kindern, Jugendlichen und Eltern gelingende Unterstützung und welche Hinweise geben ihre Erfahrungen und Perspektiven für eine nachhaltige Weiterentwicklung von Praxis und Strukturen im Kindesschutz?
Tagungsleitung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
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Weitere Informationen aus dem Schwerpunkt Kindesschutz am Institut Kinder- und Jugendhilfe an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW erhalten Sie unter www.kindeswohlabklaerung.ch.
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